Schlachtfrisch und unmissverständlich

Das Schlachtfest der CDU war gleichzeitig der offizielle Auftakt für den Bürgermeisterwahlkampf, die dazugehörige Website ist jetzt online: www.shaikh-eschborn.de

Gutes vom Schwein gehört auf den Teller, aber Schweinereien haben in der Stadtpolitik zukünftig nichts mehr verloren.  So könnte man das  49. Schlachtfest der Eschborner CDU am Samstagabend zusammenfassen.

Für Roland Abt war es das zweite Mal, dass er als Parteivorsitzender die traditionelle Zusammenkunft eröffnete. Neben den zahlreichen Mandatsträgern der CDU aus Stadt und Kreis sowie derjenigen, die in den Land- oder Bundestag gewählt sind, oder den Wahlkreis im Europaparlament vertreten, kamen auch der Ministerpräsident a.D. Roland Koch und der ehemalige Bundesforschungsminister Prof. Heinz Riesenhuber.

Die vielen politischen A-, B- und C-Promis wissen wie ernst die Lage in ihrer einstigen Hochburg ist. Eschborn ist inzwischen nicht nur aufgrund der Unternehmen und Konzerne bekannt, die weiterhin brillante Gewerbesteuereinnahmen bescheren, sondern wegen der zahlreichen Affären und Skandale.

„Neustart“ ist deshalb die zentrale Vokabel im Bürgermeisterwahlkampf von CDU-Kandidat Adnan Shaikh.

Fast alle politischen Farben füllten den Saal

Bündnis 90/Die Grünen kamen in Gruppenstärke ins Niederhöchstädter Bürgerzentrum, um ihren früheren Koalitionspartner im Bürgermeisterwahlkampf – wie es heißt – einstimmig zu unterstützen.

Auch die SPD ließ sich nicht lumpen und kam wenigstens in Staffelstärke. Von den Freien Wählern, den Bürgerlichen und der AfD ließen sich ebenfalls gewählte Vertreter den Schlachtschmaus nicht entgehen. Zwar hatte niemand sein Parteibuch um den Hals hängen, aber dennoch konnte man in den Reihen auch Liberale sehen, allerdings nicht aus dem inneren Parteizirkel. Mandatsträger der Linken waren nicht unter den Gästen.

Wahrgenommene Bürgernähe

„Wir, die CDU-Eschborn haben in den zurückliegenden Monaten vieles erreicht, wir waren für Sie präsent. Die Leute auf der Straße, in den Vereinen und aus der Nachbarschaft, sie alle sprechen uns an, sie stellen Fragen, erzählen von ihren Ängsten und Sorgen, oft suchen sie aber einfach nur ein Gespräch und erwarten dass wir ihnen zuhören.“ Roland Abt kam schnell auf die Knackpunkte zu sprechen, wozu in Eschborn das Wohnraumproblem gehört. Der Parteivorsitzende machte keinen Hehl daraus, dass es für die CDU nicht alleine um sozialen Wohnungsbau gehe, sondern um bezahlbaren Wohnraum für „Menschen und Familien mit normalem Einkommen“.

In Richtung Frankfurt sprach Abt von der „Brechstangenpolitik“, was den geplanten Stadtteil auf beiden Seiten der Autobahn A5 betriff, und forderte einen tragbaren Kompromiss.

Diese Punkte könnte wahrscheinlich auch die FDP-Führung unterschreiben, aber wenn es um den Anspruch auf den Bürgermeistersessel geht, stehen sich Liberale und Christdemokraten unversöhnlich gegenüber.

Adnan Shaikh, quasi der Star des Abends, präsentierte sich emotional und in Bewegung. Das Rednerpult war nicht seins.

Von 1979 bis 2014 stellte die CDU den Eschborner Bürgermeister und das will sie auch wieder.

In den letzten Wochen tauchten in Eschborn Gerüchte auf, die den CDU-Kandidat in eine islamische Ecke rücken sollten. Für Beobachter war alleine schon aufgrund der Quelle der Geschichte klar, was davon zu halten ist.

Ohne direkt darauf einzugehen machte Adnan Shaikh einen geschickten Schachzug, er präsentierte den Besuchern des Schlachtfests am Mikrofon sehr ausführlich die Geschichte seiner Familie und ließ dadurch Einblicke zu, die für eine Kandidatenvorstellung ungewöhnlich offen sind.

Shaikh erzählte, dass sein Vater aus einem guten Elternhaus in Pakistan stamme, entsprechend zweisprachig aufgezogen wurde und nach seiner Ausbildung im Jahr 1965 nach Deutschland aufbrach, um hier als junger Mann sein Glück zu suchen. Bereits ein Jahr später habe er seine zukünftige Frau kennen gelernt, eine konservative Katholikin aus der CDU-Hochburg Olpe im Sauerland. Aus der Ehe gingen zwei Jungen hervor. Adnan Shaikh hat einen fünf Jahre älteren Bruder.

Sein Vater erlangte die deutsche Staatsangehörigkeit und stieg zum Leiter einer großen Frachtfluggesellschaft am Frankfurter Flughafen auf. „Von ihm habe ich ganz viel lernen können und er war mir mit seiner Zielstrebigkeit, seinem preußischen Arbeitsethos und seiner Hilfsbereitschaft immer ein Vorbild.“, erzählte Adnan Shaikh.

Die Mutter holte mit Mitte 40, neben ihrer Arbeit, Haushalt und Kindererziehung ihren Realschulabschluss und ihr Fachabitur nach und studierte mit Ende 40 an der Fachhochschule in Frankfurt Sozialarbeit. Adnan Shaikh sagte, dass er sich die Disziplin und den Ehrgeiz seiner Mutter angeeignet habe.

„Zuhause und in meiner zweiten und dritten Heimat, der katholischen Gemeinde in Unterliederbach und dem Höchster Sportverein, wurde ich geprägt und eignete mir die konservativen Werte an, für die ich heute noch eintrete: harte Arbeit, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein.“ Mit dieser Beschreibung empfiehlt sich der 45-jährige Direktor der Heinrich-von-Kleist-Schule als Bürgermeisterkandidat seiner Partei.

Die ganze Familie kam zum Schlachtfest am Samstagabend, bis auf den Vater, der starb im vergangenen August. Die Schwiegereltern wohnen seit 1975 in Niederhöchstadt. Seine Frau ging dort zum Kindergarten und zur Schule. Gemeinsam haben beide zwei Kinder, eine Tochter, 14, und einen Sohn 10. Beide waren am Abend im Saal im Einsatz und halfen die mehreren hundert Gäste zu bewirten.

Insgesamt bestand das Team für die gestrige Großveranstaltung aus 39 Helferinnen und Helfern, die das Mehrgänge-Schlachtessen und den Getränkenachschub im Griff hatten.

Der Weg zum Ziel

Obwohl die Gegenkandidaten offiziell noch nicht benannt sind, grenzte sich Adnan Shaikh bereits mit einem Zitat von Konrad Adenauer ab: „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont!“

Vier Themenkomplexe sieht Shaikh im Fokus der Bürgermeisterwahl: „Bildung und Betreuung, als meine Kernkompetenz, Senioren,  Wohnen, Sicherheit & Ordnung, als das Leib-und-Magen-Thema der CDU.“

„Stadt der Skandale – Sin-City“

Obwohl Herausforderer Shaikh an keiner Stelle den Amtsinhaber beim Namen nennt oder direkt auf die CD-, Kopier- und Rathausaffäre zu sprechen kommt, seine Forderungen nach einem sauberen und fairen Bürgermeisterwahlkampf lassen wenig Interpretationen zu.

In vielen Elterngesprächen habe er erfahren, wie sich die Leute für Eschborn außerhalb der Gemarkungsgrenzen schämen müssten. „Damit muss Schluss sein!“

Man sage über Berlin die Stadt sei zwar arm, aber dafür sexy. Eschborn nennt Shaikh dazu im Vergleich „Reich und verlottert. Stadt der Skandale. Sin-City.“ Das will er mit dem „Neuanfang“ ändern.

Im Rathaus gäbe es im unter den Mitarbeitern Demotivation und einen hohen Krankenstand. Shaikhs Rezepte dagegen seien „klare Aufgabenbeschreibungen“ und eine „klare Führung“.

„Die CDU wird sich den Bürgermeister-Posten wieder zurückholen, dafür stehen wir ein.“ Trotz der politischen Kampfansagen von Adnan Shaikh, mit denen er die Christdemokraten von der Bühne aus auf den Wahlkampf einschwor, betonte er mit Blick auf ein sauberes Handeln: „Wir schießen nicht zurück!“

„Glück auf und auf einen gemeinsamen Sieg“, damit war der Wahlkampf von Seiten der CDU offiziell eröffnet.

Rückblick Pressekonferenz am 22.02.2019: → Der unbelastete Hoffnungsträger

Die überparteiliche Konstante

Egal wie hart bei den Veranstaltungen der Eschborner Parteien geschimpft und diskutiert wird, einer ist immer dabei und sorgt mit seiner Musik für gute Laune:

„Luggi“ – Jürgen Luggert

Kein Parteifest ohne Ehrungen

vl: Axel Wintermeyer, Adnan Shaikh, Friederike Klein, Ingeborg Gritsch, Herbert Thiel, Roland Abt – Foto: Tobias Koch

Der CDU-Kreisvorsitzende Axel Wintermeyer ehrte gemeinsam mit Adnan Shaikh und Roland Abt vier CDU-Mitglieder für ihre langjährige Parteizugehörigkeit:

  1. Friederike Klein für 30 Jahre
  2. Ingeborg Gritsch für 40 Jahre
  3. Herbert Thiel für 40 Jahre
  4. Gabriela Pichert für 30 Jahre (nicht auf dem Foto)

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